Die Steine der Südgrenze

Beginnend mit einem kleinen Grenzstein neben dem Sieverser Stein (1. Bild unten), erstreckt sich diese Grenzsteinreihe ca. 2,2 km nach Südwesten. Von den ursprünglich  30 Steinen entlang dieser Grenze existieren heute noch mindestens 26. Diese Serie endet mit dem Grenzstein Nr. 30 im Stuvenwald.

Obwohl das genaue Jahr der Versteinung dieser Grenze noch unbekannt ist, kann man die frühestmögliche Jahreszahl dafür als 1865 annehmen. In diesem Jahr wurde die Weideabfindung zugunsten von Sieversen (und Sottorf) durchgeführt. Der Inschrift auf der nördlichsten Stein der Weideabfindundgrenze  in der Nähe von der Groß-Modder-Eiche (Sottorf) trägt diese Jahreszahl. Die Ostgrenze vom Staatsforst wurde dabei nach Westen verschoben; der Sieverser Stein wurde demzufolge von seinem Originalstandort zum heutigen Platz verlegt, wo auch der Stein Nr. 1 der Südgrenze noch steht. Für diese These spricht, dass sowohl die Form als auch die Größe der Steine der Südgrenze denen der Abfindungssteine sehr ähneln, wobei Letztere nur mit einer eingemeißelter Wolfsangel (ohne laufende Nummer) versehen wurden. Dies bleibt aber noch eine Annahme, denn Nr. 1 der Südgrenze, wäre sie schon am alten Standort gewesen, hätte zeitgleich mit dem Sieversen Stein verlegen werden können.

Die Steine dieser Grenze sind fast ausschließlich kleinere Steine als die größeren, mit Inschriften versehenen, Findlinge der Ost- und Westgrenzen. In der Regel sind sie durch Keilspaltung geformte Stelen mit einem rechteckigen Querschnitt (ca. 25 cm x 15 cm); der Stein mit der Nummer 16 konnte auch in der Länge gemessen werden, denn bis zum 20. Juni 2103 lag er auf dem Boden: er ist ca. 60 cm lang.

Auf mehreren Steinen der Südgrenze (wie auch auf Steinen der Ost- und Westgrenzen) sind Spuren von Farben zu sehen:

  1. Schwarz-Weiß – Ein weißer Kreis mit schmalem, schwarzem Rand; im Kreis befinden sich häufig Reste einer Zahl.
  2. Rot – Mehrere Steine tragen Spuren roter Farbe; auf einigen Steinen ist eine rote Zahl zu erkennen.
Aufstellung der Steine der Südgrenze
Lfd. Nr. Beschreibung GPS (Nord) GPS (Ost) UTM (Easting) UTM (Northing) Entf. (m)
1 Im Vordergrund, neben dem Sieverser Stein (hinten) 53 24,275 9 51,844 557426 5917617
2 SW-02_CIMG8682 Nordwestlich von Nr. 1, im flachen Grenzgraben. 53 24,273 9 51,827 557423 5917627 10
3 S-03_DSCN2336 Westlich von Nr. 2, im flachen Grenzgraben; am 15.8.2014 von der AG praktische Archäologie am Archäologischen Museum Hamburg neu aufgerichtet. 53 24,282 9 51,779 557372 5917634 51
4 SW-04_CIMG7979 Nordwestlich von Nr. 3, im flachen Grenzgraben. 53 24,277 9 51,733 557322 5917626 51
5 SW-05_CIMG9030 Nordwestlich von Nr. 4, im flachen Grenzgraben. 53 24,281 9 51,703 557287 5917636 36
6 fehlt 557204 5917641 83
7 SW-06_CIMG9034 evtl. Nr. 7; nördlich von Nr. 8 53 24,299 9 51,562 557131 5917667 82
8 S-08_DSCN2357 Nördlich von Nr. 9; am 15.8.2014 von der AG praktische Archäologie am Archäologischen Museum Hamburg neu aufgerichtet. 53 24,212 9 51,540 557108 5917506 155
9 S-09_DSCN2366 Südlich von Nr. 8; am 15.8.2014 von der AG praktische Archäologie am Archäologischen Museum Hamburg neu aufgerichtet. 53 24,139 9 51,531 557099 5917370 136
10 SW-10_CIMG9057 Westlich von Nr. 9, im flachen Graben, im Waldboden fast versunken. 53 24,136 9 51,431 556989 5917363 110
11 SW-11_CIMG8944 Westlich von Nr. 10; ein trigonometrischer (Vermessungs-) Stein steht dem Grenzstein Nr. 11 gegenüber. 53 24,097 9 51,389 556942 5917290 87
12 fehlt 78
13 S-13_CIMG1708 Dieser behauene Stein steht dicht am Zaun südwestlich von Stein Nr. 11. 53 24,061 9 51,357 556875 591713 61
14 SW-14_CIMG8945 Am südlichen Waldrand westlich von Nr. 13; anders als bei den anderen Steinen dieser Forstgrenze, ist bei Diesem die Inschrift auf der dem Wald abgewandten Seite. Evtl. wurde er später ‘falsch’ wieder-aufgestellt. 53 24,050 9 51,300 556846 5917202 45
15 SW-15_CIMG8951 Am südlichen Waldrand westlich von Nr. 14 53 24,053 9 51,235 556774 5917207 72
16 S-16_Aktion_DSCN1095 Am südlichen Waldrand westlich von Nr. 15; dieser Stein, der neben dem Forstweg lag, wurde am 20. Juni 2013 unter der Leitung des Archäologischen Museums Hamburg wieder aufgestellt. 53 24,056 9 51,164 556695 5917211 79
17 fehlt 556661 5917211 34
18 SW-18 Am südlichen Waldrand westlich von Nr. 16 53 24,058 9 51,081 556603 5917213 58
19 Am 5.3.2017 gefunden 60
20 SW-20_DSCN0793 Am Nordende des Grenzgrabens, in der Nähe der Rosengartener Försterei am Boitzhoop. Im Erdreich ziemlich versunken, vom schrägen Stamm eines Baums überschattet. 53 24,064 9 51,028 3556635 5919130 5
21 S-21_Aktion_DSCN1066a Neben Kreuzung Feldweg/Straße (Teil des Heidschnuckenwegs); dieser Stein, der neben dem Forstweg lag, wurde am 20. Juni 2013 unter der Leitung des Archäologischen Museums Hamburg wieder aufgestellt. 53 23,906 9 50,973 556473 5916909 299
22 SW-22_IMG_2269 Am Waldweg 53 23,867 9 50,945 556457 5916858 72
23 SW-23_IMG_2266 Im Grenzgraben 53 23,829 9 50,915 556424 5916787 125
24 SW-24_IMG_2264 Im Grenzgraben 53 23,747 9 50,866 556372 5916634 131
25 SW-25_IMG_2263a Im Grenzgraben 53 23,727 9 50,845 556349 5916597 44
26 SW-26_cimg9198 Im Grenzgraben 53 23,712 9 50,848 556339 5916570 29
27 SW-27_IMG_2258 Im Grenzgraben 53 23,691 9 50,816 556318 5916530 45
28 SW-28_CIMG0464 Im Grenzgraben 53 23,695 9 50,756 556251 5916537 67
29 SW-29_CIMG0462 Im Grenzgraben 53 23,704 9 50,585 556061 5916551 191
30 SW-30 Im Grenzgraben, an einer Ecke 53 23,706 9 50,564 556038 5916554 23
Gesamtstrecke 2,3 km

Auf ein Bild klicken, um es zu vergrößern; von dort aus die Pfeil-Symbole anklicken, um weitere Bilder vergrößert zu sehen.

In dieser Aufstellung fehlen noch vier Steine (Nr. 6, evtl. 7, 12 sowie 17). Acht Steine wurden in 2013 und 2014 von der AG Praktische Archäologie am Archäologischen Museum Hamburg (Harburg) neu aufgestellt; diese sind hier durch mehrere Bilder vertreten.

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