Diverse Formen von Grenzmalen

Grenzmale

Forstgrenzen wurden nicht nur durch Steine, sondern auch verschiedentlich durch Erdhügeln, Holzpfähle und Gräben gekennzeichnet. Der Auswurf der Gräben wurde zum Schutzwall, wodurch sich heute solche Grenzen von trockenen Bachläufen unterscheiden lassen.

Als Beispiel: In der Abfindung zur Forstteilung zugunsten von Sieversen, die König Georg II. in April 1750 in St. James Palast in London unterzeichnete, wurde wie folgt veranlasst:

 “. . . wie denn auch vorgemeldete Gräntzen vorerst mit Hügeln und Pfählen bezeichnet worden, und nach erfolgter Ratification mit Gräntz Steinen bemarcket werden sollen.”

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Im Mittelalter wurde dieser Hügel vermutlich errichtet, um Besitzverhältnisse sichtbar zu machen. Er steht im Staatsforst, in der Nähe vom Sottorfer Bauernwald. Eine Reihe von solchen Hügeln im Sieverser und Sottorfer Bauernwald, die nach und nach verkommen, wurde von Werner Voß dokumentiert (s. Literaturverzeichnis, Nr. 14).

Verbindungsgraben_2013-10-03 15.03.09

An manchen Stellen wurden keine Steine aufgestellt; die Grenze wurde durch Wall und Graben markiert. Die Abbildung links zeigt einen Abschnittder Verbindung zwischen den südlichen Enden der West- und der Südgrenzen. An der abgebildieten Stelle ist der Graben knapp 2 m breit.

Wo die Grenze erst provisorisch mit Hügeln markiert wurde, setzten die Bauer nach der königlichen „Ratification“ die Grenzsteine in der Regel auf den Hügeln, wie in diesen Bildern zu sehen ist:

 

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