Andere Steine

Im weiteren Gebiet des Regionalparks Rosengarten liegen auch Teile des Hamburger Staatsforsts, darunter die Haake, die Emme, der Eißendorfer Sunder, Stuck sowie der Staatsforst Höpen bei Meckelfeld.  Auch hier sind vereinzelt Grenzsteine zu sehen, wobei die ca. 200 ursprünglich aufgestellten Steine heute, bis auf einige wenige  Exemplare, nicht auffindbar sind.

Haake

In der Haake, etwas südlich vom Reiherberg, liegt der hier abgebildete Stein. Es ist auf der einen Seite mit der Zahl 17 sowie dem rechten Teil einer Wolfsangel versehen; das linke Ende der Wolfsangel fehlt. Auf der anderen Seite ist ein senkrechter Strich, darunter ein großes „X“. Dieser Stein ist offensichtlich zuerst als Wolfsangelstein aufgestellt worden und erst später gespalten und wiederverwendet worden, wobei die Zahl 17 zu dem Zeitpunkt wohl oberhalb der Wolfsangel eingemeißelt worden ist.

Dieser Stein wirft Fragen auf: Das linke Bild zeigt die rechte Seite der Wolfsangel. Der Stein war also früher wahrscheinlich fast doppelt so breit wie heute. Die Zahl ’17‘ ist aber mittig auf dieser Seite. War die Zahl früher z.B. ‚117‘ oder ‚217‘? Angesichts der Tatsache, dass die linke Seite der schräg gemeißelten Wolfsangel wenig Platz für eine führende Zahl gelassen hätte, darf diese Idee verworfen werden; die Zahl ’17‘ ist vermütlich später dazu gekommen, nachdem der Stein zwecks Wiederverwendung gespalten worden war, wodurch die Wolfsangel gekürzt wurde.

Eine zweite Möglichkeit: Der Steine wurde, wie die Steine der Ostgrenze vom Rosengartener Forst nummeriert, d.h. mit einer Wolfsangel auf der einen Seite und, auf der anderen, mit einem ‚N‘ sowie, darunter, einer römischen Zahl.

Das linke Bild zeigt, dass der senkrechte Strich sehr wohl zu einem ‚N‘ gehört haben kann. Leider läßt sich nicht mehr rekonstruieren, welche Zahl darunter gestanden haben mag; denkbar wären, von dem verfügbaren Platz ausgehend, z.B. ‚XI‘, ‚XII‘, ‚XIII‘, ‚XIV‘, ‚XV‘, ‚XVI‘ und ‚XX‘.

Emme

In der Emme ist dem Verfasser lediglich ein ‚Wolfsangelstein‘ bekannt, in der Nähe des Restaurants „Grando Sukredo“ am Ehestorfer Heuweg in Hausbruch. Ein Nummer ist auf diesem Stein noch nicht identifiziert worden.

IMG_2758_Sukredo

Ein weiterer Stein, mit der Zahl ‚4‘ im gemeißelten Kreis, aber ohne Wolfsangel, steht weiter südlich, östlich der Straße „Emmetal“:

HE-4_DSCN0326

Dieser Stein hat große Ähnlichkeit mit einen anderen Stein im Waldteil ‚Stuck‘ (s. unten).

Stuck

Dieser Stein mit der Inschrift ’23‘ im eingemeißelten Kreis steht am Waldrand vom Stuck im ehemaligen Vahrendofer Feldmark. Er ist Teil einer dokumentierten Folge von Steinen an der heutigen Hamburger Landesgrenze, an der Waldgrenze gegenüber von Vahrendorf; die weiteren Steine ’22‘ bis ’20‘, die weiter bis zur Ecke Harburger Str. reichten, sind nicht auffindbar, wobei der Stein mit der Nummer ’22‘ im 2. Nachtrag zum ‚Kurzinventar der historischES-23_DSCN0704en Hamburger Grenzsteine‘ (Hedinger, Hamburg 1972, S. 120, Referenz 234,Y) erwähnt wird: „Im Stuck, Westrand, an der am weitesten nach W vorspringenden Waldecke, wenig südlich von einem von SO herkommenden Weg. Ausgegraben am Waldrand: 90 cm; unten schräg zugespitzt. … Im Kreis ’22‘ „. Sein heutiger Standort ist noch unbekannt.

Ein weiterer Grenzstein mit Wolfsangel, der jetzt vor dem Helms Museum steht, wird von Hedinger (ibid S. 111, Referenz 234,G) so beschrieben: „Harburg, Knoopstr. 14, links vor dem Haupteingang des Helms-Museums, vor der Fahnenstange. Findling, grob beh., ca. 45 cm hoch, 50 cm breit, 15 cm tief. Ober eingeschlagen: Wolfsangel – Jahr? Ursprüngl. Standort: in der Nähe der Gabelung des Sinstorfer Kirchwegs nach Ehestorf (Appelbütteler Str.) und Vahrendorf (Harburg Str.). Dieser Stein könnte eines der Steine 20 bzw. 21 dieser Serie sein, obwohl eine Zahl, wie auf Nr. 23, fehlt.

Der Garlstorfer Wald

Etwas 25 km weiter südlich, im Garlstorfer Wald, sind viele historische Grenzsteine, die ausführlich von Carsten Päper (Seevetal) dokumentiert worden sind. Als Vorgesmack auf diese Steine wird hier der erster von etwa 80 Steinen abgebildet.

Dieser mächtige Stein, ca. 1,60m hoch, steht am Fastweg im Garlstorfer Wald, zwischen Garlstorf und Nindorf.  Auf der Rückseite ist ein Wolfsangelzeichen. Er  trägt das königliche Monogramm vom Georg III von England, der auch Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg war, den Text “Garlstorffer Ohe”,die Nummer 1 sowie das Datum 1774. Es gab mindestens 80 Grenzsteine im dortigen Wald, meist große Findlinge mit einer laufende Zahl in arabischen Ziffern sowie einer Wolfsangel. Viele sind heute erhalten. Sie wurden von Carsten Päper dokumentiert; seine Aufzeichnungen sind im Archäologischen Museum Hamburg deponiert. 

Der Neukloster Forst

In Neukloster, im Landkreis Stade, westlich von Buxtehude, liegt der Neukloster Forst, wo heute 13 große, teilweise mächtige „Kreuzsteine“ von einer mittelalterlichen Forstgrenze zu bewundern sind. Die noch versteinte Grenzstrecke verläuft von Hedendorf im Westen bis zur Bundesstraße B73 (gegenüber von Heitmannshausen) im Osten. Jeder Stein trägt ein eingemeißeltes „Tatzenkreuz“. Einige dieser Stein sind hier abgebildet.

Das alte Kloster, Buxtehude

Mindestens ein Kreuzstein, der dem alten Kloster im Stadtteil Altkloster von Buxtehude zugeordnet wird, ist heute noch zu sehen:

dscn5056

Dieser Stein ist auf der Westseite der Estetalstraße in Buxtehude zu sehen, vor der Hausnummer 38A,  in der Nähe der Lina-Meyer-Straße.

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