Das Wolfsangelzeichen

Die so genannte Wolfsangel (links unten auf Stein Nr. XXIII der Ostgrenze) ist auf fast allen der ca. 170 heute noch bekannten Grenzsteinen im Regionalpark Rosengarten zu sehen. Eine Ausnahme bildet die mittelalterliche Grenzsteinreihe, wo sie sich lediglich auf zwei der 20 Steinen befindet; die zweite Ausnahme ist bei dem ‚Ersatzstein‘ für Nr. 67 der Westgrenze (q.v.).

Wolfsangel auf Nr. 23
Wolfsangel auf Nr. 23

 In dem Aufsatz zu diesem Thema in Wikipedia wird darauf hingewiesen, daß

bereits in einem 1616 geschlossenen Grenzvertrag zwischen Braun-schweig-Lüneburg und Hessen […] die braunschweigische Grenz-markierung „als ein Wulffsangel“ bezeichnet [wurde]. Sie wurde nicht nur auf Grenzsteinen eingesetzt, sondern es gibt auch Nachweise über den Gebrauch im Schriftverkehr der Forstämter aus dem Jahre 1674.“

So wird die Wolfsangel dort beschrieben:

“Die aus Eisen geschmiedeten Wolfsangeln wurde über Jahrhunderte zum Fang von Wölfen verwendet. Die mit Widerhaken versehenen Enden wurden mit Ködern (zum Beispiel mit den Eingeweiden erlegter Jagdtiere) bestückt und an einem Baum so hoch aufgehängt, dass der Wolf danach springen musste, um zuschnappen zu können. Der Wolf blieb mit dem Maul hängen und verendete. 1617 wurde die Funktion der Wolfsangel so beschrieben: „Ein Wolffs Angel, die man hengt und ein Aas daran thuet, wenn das Thier danach springt, so bleibt es mit dem Maul davon hängen.

Kleinere Wolfsangeln, aWolfsangel_Detmold_Falkenburgn Ketten fixiert, wurden auch eingesetzt (rechts ein Beispiel von der Falkenburg bei Detmold). Die Befestigungsöse für die Kette ist oben rechts nocht vorhanden

Die Wolfsangel gilt heute noch in erster Linie als Zeichen des Forstbetriebes sowie in der Heraldik. Ihre Verwendung als politisches Symbol (z.B. bei Neo-Nazi-Gruppen) ist verboten.

 Auf den meisten Grenzsteinen im Rosengarten ist die Längsachse der eingemeißelten Wolfsangel etwa waagerecht angeordnet, mit entgegengesetzten, schrägen Zacken an beiden Enden und einem Querbalken in der Mitte, letztere meist parallel zu den beiden Endzacken. In einigen Fällen (wie oben) sind die Zacken senkrecht und die Längsachse schräg, von links nach rechts abfallend. Die Zacke am linken Ende ist an den Steinen der West- und Südgrenzen nach oben orientiert, am rechten Ende nach unten. An der Ostgrenze von 1750 ist dies nur vereinzelt, z.B. bei den Steinen 1, 63 und 65, der Fall.

Die Wolfsangel wird heute noch im hiesigen Forstbetrieb eingesetzt (z.B. in Hakke und Emme, 2015)
Die Wolfsangel wird heute noch (hier 2015) im hiesigen Forstbetrieb eingesetzt (z.B. in Hakke und Emme)

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